Ein Video-Beitrag zur FDA-Bundestagung 2016 in

Liebenstein, Gastgeber war der FDA LV Thüringen.

Foto-Galerie



Neuigkeiten

Respekt, Toleranz, Güte - Ein Rückblick auf den Schreibwettbewerb

Das Buch mit den Siegergeschichten liegt vor uns. Die Veranstalter haben die letzten Flaschen Wein zurück in die Autos geladen. Preisgelder haben ihre neuen Eigentümer gefunden. Eigentlich ist die Sache doch abgeschlossen, oder? Wettbewerb ausgerichtet; Erfolg gehabt; Haken dahinter und weiter im Programm.

Nun, nicht ganz. Ich glaube, der betriebene Aufwand und das profunde Ergebnis rechtfertigen eine solche Abspeisung nicht. Besonders nicht in Hinblick auf das Titelthema. Ich bin immer für Schreibwettbewerbe zu haben, und mit dem Freien Deutschen Autorenverband Berlin e.V., hatte der Deutsche Odd Fellow-Orden auch einen auf diesem Gebiet versierten Partner gefunden. Diese Professionalität war ein Grund, warum ich meinen Platz im Jury-Team einnahm. Ebenso mein Wunsch, meinen Anteil an dem zweiten Schreibwettbewerb zu leisten, denn 2013 war bereits einer ins Leben gerufen worden unter dem Titel „Freundschaft, Liebe, Wahrheit“.

Die Anthologie „Respekt, Toleranz und Güte“ wurde in erster Linie durch die Mitglieder von 14 Odd Fellow-Logen vorfinanziert – einer der ersten und wichtigsten Schritte jedes Projektes. Die Anthologie liegt uns zwar vor, aber die versteckten Kosten und die Organisationsarbeiten im Vorfeld bleiben meist unsichtbar. So wurden allein im Rhein-Main-Gebiet ca. 60 Briefe und Plakate mit Aufforderungen zur Teilnahme an dem Wettbewerb verteilt; im Netz wurden zahlreiche Hinweise auf mehreren Webseiten geschaltet, und auf speziellen Autorenseiten wurde auf den Wettbewerb hingewiesen. Somit drangen die Aufrufe auch in unsere Nachbarländer.

Bevor die ersten Einsendungen eintreffen, sieht man als Jury-Mitglied einem Wettbewerb gelassen entgegen.  Mit den Einsendungen allerdings steht dann, trotz der vorliegenden Bewertungskriterien, auch die Frage im Raum: Was ist gute Literatur? Inwieweit finden sich mein subjektiver Geschmack, meine Vorstellungen und Erfahrungen und mein Verständnis im Rezipienten wieder? Ich glaube, nur wer selbst Literatur produziert, kann sie auch beurteilen. Da das Erschaffen aber ein wandelbarer Prozess ist, muss auch der Diskurs über die Werke flexibel sein. Die Erfahrungen, die ich später beim Austausch mit den anderen Jury-Mitgliedern machte, verdeutlichten mir meine These. Es war einerseits erschreckend, andererseits erstaunlich, inwieweit unsere Perspektiven in Detailfragen auseinander gehen konnten – und dennoch glaube ich, haben wir eine unabhängige und repräsentative Qualitätsauswahl treffen können.

Die Preisverleihung und die öffentliche Lesung stellten den Höhepunkt des Projektes dar; unterstreicht sie nicht nur die Würdigung der mitwirkenden Künstler, sondern macht das angesprochene Thema öffentlichkeitswirksam. Am 28.04.2018 lud der Deutsche Odd Fellow-Orden nach Berlin ein. Die Texte der drei ersten Preisträger wurden dem Publikum in einer lockeren Runde präsentiert – und auf dieses Geschehen möchte ich nachfolgend vertieft eingehen.

 

David Sumerer (rechts) herhält das Preisgeld. Foto: Jens Warmers
David Sumerer (rechts) herhält das Preisgeld. Foto: Jens Warmers

Sascha Hohner und Inge Beer moderierten die Veranstaltung im Ordenshaus der Concordia-Loge in Berlin. Den Gästen wurde ein kurzer Ablauf über den Verlauf des Wettbewerbs gegeben, und sie lernten den ersten sowie den zweiten Preisträger persönlich kennen.  Die Geschichte der dritten Preisträgerin, der aus Österreich stammenden Annabella Gmeiner, wurde von Inge Beer vorgelesen.  In ihrer Erzählung „Liftgefühl“ werden unterschiedliche Charaktere durch äußere Einflüsse gezwungen, auf engsten Raum auszuharren. Durch fehlende Privatsphäre muss man lernen, mit den Blicken der anderen umzugehen, auch wenn diese – häufig   unabsichtlich – unter die Oberfläche und tief ins Herz gehen können.

Der zweite Preisträger, David Sumerauer, bereits seit früher Kindheit ein „Globetrotter“, schildert uns mit seinem Text „Warten in Casablanca“ ungemein komplexe, emotionale Momentaufnahmen eines Reisenden bei Gesprächen mit einem Einheimischen. Die Details sind stilistisch so hervorragend ausgearbeitet, dass sie das Auditorium imaginär an den Schauplatz der Handlung versetzen können. Einmal im Bahn der Geschichte gefangen, entwickelt der Autor dann die eigentliche Handlung, welche zwar stereotypisch verläuft, jedoch im krassen Gegensatz zur vorher aufgebauten Umgebung steht.

Bastian Klee ist der erste Preisträger mit seiner Geschichte „Die Tretmühle“. Der Autor hat hier in ebenso schlichter wie charmanter Art ein Phänomen beschrieben, welches sich ohne Abstriche in allen Formen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens manifestiert hat. Ohne erhobenen Zeigefinger wird hier aufgezeigt, welche Folgeerscheinungen die Handlungen Einzelner nach sich ziehen, so dass letztendlich für mehrere Menschen, die mit dem Auslösefaktor der Geschichte nichts zu tun haben, der Tag mit unguten Gefühlen endet. Eine wahrlich sehr beeindruckende Geschichte.

mehr lesen 0 Kommentare

Leipziger Buchmesse 2018: Für das Wort und die Freiheit?

Vier Tage lang hatte sich die Leipziger Buchmesse das Motto #freethewords auf die Fahnen geschrieben – oder um es in althergebrachter Weise zu sagen – man wollte für das Wort und die Freiheit einstehen. Viele Menschen verbinden mit Freiheit das Aufbrechen von Grenzen – und solche gibt es in unterschiedlicher Erscheinung: Sprachbarrieren hindern Nationen vom Genuss literarischer Werke, Lese- und Rechtschreibstörungen erschweren vor allem jungen Menschen die Wege der Allgemeinbildung, Schreibblockaden treiben Erstautoren in die Verzweiflung, Verlage klagen über wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Stiftungen und Vereine wünschen sich mehr öffentliche Wahrnehmung. Kluge und einflussreiche Köpfe aus unterschiedlichen Bereichen sind also zusammengekommen um die Situation mit der Freiheit zu verbessern. Es gibt eine ganze Bandbreite an Initiativen und Plattformen; das Netzwerk ist stellenweise erfreulich engmaschig.

 

Auch der Freie Deutsche Autorenverband war vertreten, freundschaftlich unterstützt vom SALON LiteraturVerlag und der Edition Märkische LebensArt. An dieser Stelle möchte ich meinen Dank an alle Mitglieder aussprechen, die sich in den turbulenten vier Tagen um die kurzfristige Organisation und die Umsetzung durch z.B. Standdienst gekümmert haben.

 

Auch unser Verband beruft sich auf die Freiheit des Wortes. Wir haben in den letzten Jahren immer wieder reflektiert, welche Bedeutung dieser Leitspruch mit sich zieht, welchen aktuellen Bezug er hat und wie wir ihm gerecht werden können. Das die Leipziger Buchmesse jenes Motto ungleich schwerer in ihr Portfolio aufgenommen hat, zeigt uns als Verband, dass unsere Diskussionen richtig waren und wichtiger als bisher werden. In unserem Verband vereinen wir Schriftsteller und Buchhändler, Verleger, Übersetzer, angehende Autoren und Selfpublisher. Diese Vielfalt an eigenen Interessen (der Lyriker möchte, dass seine Werke zitiert werden; der Übersetzer mag die Werke, welche er liebt, auch anderen Nationen zugänglich machen; angehende Autoren suchen methodische Hilfe, etc.) ist das Spiegelbild zu den eingangs erwähnten Grenzen, welche Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion, Demographie und Technologie uns aufgezeigt haben.

 

Ich schrieb anfangs lakonisch, die Gäste der Leipziger Buchmesse kamen zusammen, um die Situation mit der Freiheit zu verbessern. Das "Wort" sparte ich aus, denn ich denke, der große Begriff "Freiheit" ist auf den Leseinseln, auf den Videoleinwänden und in den Podcasts der Presse gut aufgehoben. Als Freier Deutscher Autorenverband sollten wir uns dem "Wort" als solches widmen und es "befreien", indem wir unsere Mitglieder nach Möglichkeit in ihren Interessen unterstützen. Beispielsweise ermöglichen wir traditionell eine Veranstaltung am Messesamstag im Rahmen von "Leipzig liest!". Dieses Jahr brachten Katrin-Schinköth Haase und Florian Claus Biographie und Werke des Dichters Christian Morgenstern in einem musikalischen Theaterstück dem Publikum näher. Zeitgleich konnte der Landesverband Sachsen dem tschechischen Autor und Filmemacher Petr Mikšíček eine Lesung über die Sagengestallt "Marzebilla" ermöglichen. Beide Veranstaltungen zeigen exemplarisch, wie der Freie Deutsche Autorenverband für eigene wie außenstehende Autoren helfend zur Hand gehen kann, wie wir unsere Rolle als Kulturschaffende in einer Gesellschaft erfüllen und dabei Werte und Bildung vermitteln können.

 

Mag 2018 der äußere Auftritt auf der Buchmesse weniger glanzvoll erschienen sein als in den Vorjahren – die innere Selbstfindung, die wir Mitglieder mit dem Verein derzeit durchlaufen, hat höheren Stellenwert. Sie wird zukunftsweisend und mit unseren gegebenen Mitteln der Freiheit des Wortes zugänglich sein.

 

Oliver Guntner

0 Kommentare

29.07.2017: Hermann und Dorothea - Die ewig neue Suche

Kupferstich von Daniel Chodowiecki
Kupferstich von Daniel Chodowiecki

"Wahrlich, dem ist kein Herz im ehernen Busen, der jetzo Nicht die Not der Menschen, der  umgetriebnen, empfindet;"

 

Der FDA Thüringen lädt erneut zusammen mit dem Schillerhaus Leipzig zu einer szenisch aufbereiteten Lesung aus Goethes "Hermann und Dorothea" ein. Die Lesung wird musikalisch begleitet, eine Diskussion zur aktuellen Flüchtlingsproblematik schließt sich ihr an.

 

Beginn der Veranstaltung:   19:00 Uhr

Ort: Schillerhaus Leipzig

Eintritt: 6 €

Wir möchten auf alte Blog-Artikel hinweisen; hier die erste Ankündigung letztes Jahr und hier der Rückblick auf die Veranstaltung.

0 Kommentare

Förderpreis "Graphic Novel" für Zeichner/Innen & Illustrator/Innen

Download
Sir Gawain sucht den Grünen Ritter
Der Freie Deutsche Autorenverband, Landesverband Thüringen e.V. schreibt einen Graphic Novel - Wettbewerb aus. Die TeilnehmerInnen sollen sich mit der Umsetzung eines Stoffes aus der Arthus-Sage auseinandersetzen: Sir Gawain & der Grüne Ritter. Es winken Geldpreise. Aus der erstplatzierten Einsendung soll im Anschluss die gesamte Geschichte entworfen und publiziert werden.
Ausschreibung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 102.5 KB
0 Kommentare

Der Verein

Mitgliedertreffen 2014 in Jena
Mitgliedertreffen 2014 in Jena

Der Freie Deutsche Autorenverband, Landesverband Thüringen e.V. ist ein Kreis von Autoren mit dem Schwerpunkt Thüringen, die sich gegenseitig bei der Herstellung und Verbreitung von literarischen Werken unterstützen. Bei unserem Verein handelt es sich um keine trockene Kulturverwaltung, sondern um ein lebendiges Forum, in dem die gesellschaftliche Wirklichkeit manchmal zornig, aber allgemein doch in großer Heiterkeit diskutiert und künstlerisch mitgestaltet wird. Zu den Treffen des Vereins sind Schriftsteller aller Altersgruppen herzlich eingeladen, zu lesen, sich der Diskussion zu stellen und aktuelle Literatur kennenzulernen. Unsere Vereinsmitglieder geben Tipps und zeigen Kniffe auf von der Planung eines Spannungsbogens über Vortragstechnik bis hin zur Vermarktungsstrategie. Wer experimentierfreudig gestimmt ist, kann bei uns Grundlagen zum Schreiben von Essays, Haikus, Theaterstücken et cetera bekommen.

Hier geht es zu einem Interview mit Hansjörg Rothe vom 18.03.2016 auf der Leipziger Buchmesse. Der Verein stellt sich vor, seine Geschichte wird beleuchtet sowie Möglichkeiten aufgezeigt. Weiterhin bespricht Hansjörg zukunftsnahe Veranstaltungen.


Satzung und Aufnahmeantrag

Download
Satzung FDA Thüringen
Die Satzung des FDA Thüringen im pdf-Format zum Download.
Satzung FDA Thüringen 2014-12-27.pdf
Adobe Acrobat Dokument 29.1 KB
Download
Aufnahmeantrag
Der Aufnahmeantrag des FDA Thüringen im pdf-Format zum Download
Aufnahmeantrag FDA Thüringen 2014-12-27.
Adobe Acrobat Dokument 12.3 KB

Mitglieder


Links

Adresse Beschreibung
Der BVjA Bundesverband junger Autorinnen und Autoren
Das Lindenblatt Die vereinsnahe Jahreszeitschrift "Das Lindenblatt"
Die DHG Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V.
Freier Deutscher Autorenverband Webseite des Bundes-FDA
Friedrich-Bödecker-Kreis-Thüringen Friedrich-Bödecker-Kreis für Thüringen
Thüringer Literaturrat Literaturrat Thüringen

Kontakt

Unsere Tagungen stehen allen Interessierten offen, die vom Vorstand nicht in begründeten Einzelfällen ausgeschlossen sind. Damit ist es jedermann möglich, Werke vorzustellen und sich dem Verein zu empfehlen.

Gästebuch

Kommentare: 2
  • #2

    Małgorzata Różańska (Freitag, 16 Juni 2017 20:52)

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Der Verein Villa Decius in Krakau und die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin schreiben 2017 wieder Künstlerstipendien aus. Diese richten sich an deutsche Schriftsteller sowie Literaturübersetzer aus dem Polnischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Polnische. Die Stipendiaten erhalten die Möglichkeit, 1-3 Monate in der Villa Decius in Krakau zu verbringen und an ihren Werken zu arbeiten.

    Die Bewerbungsfrist ist der 30.06.2017. Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Motivationsschreiben, Liste von Publikationen/ Übersetzungen) senden Sie in deutscher oder polnischer Sprache bitte an gosia@villa.org.pl
    Hier der Link zur Ausschreibung: http://villa.org.pl/villa/en/aktualnosci-post/stypendia-tworcze-2017-nabor-do-30-czerwca/


    Mit herzlichen Grüßen,
    Małgorzata Różańska
    Projektkoordinatorin
    Verein Villa Decius
    28 Lipca 1943 17A
    30-233 Krakow
    Polen
    gosia@villa.org.pl
    www.villa.org.pl
    +48 513 00 18 09

  • #1

    Inge Beer (Sonntag, 02 Oktober 2016 00:08)

    Glückwunsch zu eurer neuen Website. Sehr schön, gefällt mir ausgesprochen gut. Ich freue mich schon riesig, euch alle auf dem Kongress wiederzusehen. Bis bald. Lieben Gruß Inge